ABENDLIED – Der Mond ist aufgegangen

Der Mond ist aufgegangen - ein dichterisches und musikalisches Juwel

Abendlied

Rainer Pogarell

beschäftigt sich in der Rubrik „Großes Deutsch“ (Sprachnachrichten, 76, IV/2017, S. 12-13) mit dem Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“. Das Gedicht von Matthias Claudius und die Musik von Johann Abraham Peter Schulz sind zu einem Juwel verschmolzen und bewegt die Menschen bis heute. Darum weiß auch Herbert Grönemeyer: am Ende seiner Konzerte lässt er gerne den Mond aufgehen und beschert den Zuhörern magische Momente. Das Publikum wird still, viele sind zu Tränen gerührt.

Der Lauf der Zeit

konnte dem Abendlied nichts anhaben. Die ursprüngliche Melodie blieb die beliebteste, trotz Nachvertonungen von Franz Schubert oder Carl Orff. Das Gedicht überstand in jüngster Zeit einen sprachlichen Übergriff der evangelischen Kirche Deutschlands. Die „Sprachfrevler“, so die FAZ, wollten aus dem männlichen „kranken Nachbarn“ ein vermeintlich geschlechtergerechteres „alle kranken Menschen“ machen und bekamen ordentlich Gegenwind; der Verein Deutsche Sprache e.V. verlieh ihnen obendrein den Titel „Sprachpanscher des Jahres“.

Rechtlich unbedenklich

ist es, wenn Sie das Lied in der Öffentlichkeit singen. Forderungen von Verwertungsgesellschaften (GEMA) oder Abmahnungen von allzu eifrigen Hütern geistigen Eigentums laufen ins Leere: das Lied ist zu alt. Den Liedtext finden Sie am Ende dieses Beitrags.