Sicher Notenlesen mit dem Klaviersystem

Wie Sie alle Noten im Violinschlüssel und Bassschlüssel sicher lesen lernen

Noten im Violinschlüssel und im Bassschlüssel lesen - Bernd Michael Sommer | www.musik-ist-mehr.de

Der Violinschlüssel und der Bassschlüssel

sind die gebräuchlichsten Schlüssel. Hier lernen Sie, alle Notennamen in beiden Schlüsseln zu benennen. Sie vermeiden dabei den gängigen Fehler, die Notennamen des Bassschlüssels vom Violinschlüssel abzuleiten.

Internationale Tonbenennungen

Im deutschen Sprachraum ist es üblich, verschiedene Oktavräume mit den Begriffen „eingestrichen“, „zweigestrichen“, „dreigestrichen, „viergestrichen“, „klein“, „groß“ und „kontra“ zu benennen.

Ich verwende gerne die internationale Kurznotation. Sie geht von einer Klaviertastatur mit 88 Tasten aus und zählt die Oktaven von unten nach oben durch. Das c der ersten vollständigen Oktav erhält den Namen c1, das höchste c heißt c8. Die Untergliederung des Tonraumes in Oktavräume ist in der Wikipedia beschrieben.

Das Klaviersystem

fasst zwei Notensysteme mit einer Klammer zusammen. Das obere System erhält einen Violinschlüssel, das untere einen Bassschlüssel. Mit dem Klaviersystem kann man den Umfang eines Konzertflügels mit 88 Tasten abbilden – wenn auch mit einigen Hilfslinien.

Zwischen beiden Systemen ist zunächst nur Platz für eine einzige Hilfslinie. Das c auf der ersten unteren Hilfslinie des Violinschlüssels ist der gleiche Ton wie das c auf der ersten oberen Hilfslinie des Bassschlüssels. Dieses c erhält den Namen c4 oder eingestrichenes c (= c‘ ).

Klaviersystem mit Notennamen - Bernd Michael Sommer - MUSIK IST MEHR

Um Platz für tiefe Noten im Violinschlüssel und hohe Noten im Bassschlüssel zu schaffen, ziehen wir beide System auseinander.

Noten im Violinschlüssel mit dem Stammnamen c - von Dr. Bernd Michael Sommer | MUSIK IST MEHR

So lernen Sie alle Noten auswendig

Lernen Sie zuerst alle Noten mit dem Stammnamen c auswendig:

  • Schließen Sie die Augen und visualisieren Sie das Klaviersystem ohne Noten.
  • Stellen Sie sich in zufälliger Reihenfolge alle Noten von c1 bis c7 vor und platzieren Sie diese Noten an der passenden Stelle in Ihrer Visualisierung.
  • Sprechen Sie laut den betreffenden Notennamen.

Wenn Sie die Note c in beiden Schlüsseln und allen Oktaven mühelos visualisieren können, nehmen Sie sich die nächste Note vor. Nach einiger Zeit werden Sie alle Noten in beiden Schlüsseln mit den richtigen Namen verknüpfen können. Die Vorzeichen sind dann nur noch ein Klacks.

Die restlichen Töne

Nachdem Sie alle Noten mit dem Stammnamen c sicher visualisieren können, nehmen Sie sich die restlichen sechs Stammnamen vor: d, e, f, g, a und h. Für die Noten mit dem Stammnamen f sehen die Noten aus wie im Bild unten:

f im Klaviersystem

Die falsche Eselsbrücke

Viele lernen zuerst die Noten des Violinschlüssels. Dort liegt ein c im dritten Zwischenraum. Im Bassschlüssel liegt ein c im zweiten Zwischenraum. Man muss also scheinbar nur zwei Noten nach unten wandern, um eine Note des Violinschlüssels im Bassschlüssel zu benennen – und umgekehrt.

Vermeiden Sie diese tückische Eselsbrücke unbedingt! Gründe:

  1. Die Eselsbrücke verschwendet Gehirnresourcen und damit Zeit.
  2. Die scheinbar gleichen Töne sind gar nicht gleich: sie tragen nur den gleichen Stammnamen, nämlich c. Im Violinschlüssel ist es ein c5, im Bassschlüssel ein c3. Dadurch entstehen Oktavfehler.

Das Klaviersystem vermeidet dieses Durcheinander.

Weitere Tipps

  • Geduld! Nehmen Sie sich erst dann eine neue Note vor, wenn Sie sich mit der vorherigen richtig wohl fühlen.
  • Üben Sie mehrmals täglich, bis Sie die Notenbilder und die Notennamen spontan und mühelos visualisieren können – auch mal „zwischendurch“.

Ich wünsche viel Erfolg beim Auswendiglernen der Notennamen.
Ihr
Bernd Michael Sommer