Dissertation Prima-Vista-Spiel

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von Bernd Sommers Doktorarbeit zum Thema Notenlesen?

Dissertation Prima-Vista-Spiel von Bernd Michael Sommer lesen
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TitelDissertation. Sommer, Bernd: Zur Methodik des elementaren Prima-Vista-Spiels

Zur Methodik des elementaren Prima-Vista-Spiels

Untertitel

Ein Trainingsmodell zur mühelosen Umsetzung
von Tonhöhen− und Rhythmikinformation
der traditionellen Notenschrift
in Handlungen am Klavier
im Ausgang von Bachs zweistimmigen Inventionen

Erscheinungsjahr / Seitenzahl / ISBN

2002 / 448 Seiten / ISBN 3-89825-427-5

Hochschule

Universität des Saarlandes

Gutachter

Univ. Prof. Dr. Wolf Frobenius
Univ. Prof. Dr. Thomas Pechmann

Herausgeber

dissertation.de

Auszug

Kapitel 1: Ziel der Untersuchung

umreisst Fragestellung und Zielsetzung:
Ziel dieser Untersuchung ist es,
eine Trainingsmethode für Musiker zu entwickeln,
die ihre Fertigkeiten im Prima-Vista-Spiel (Blattspiel) verbessert.
Darüber hinaus soll untersucht werden,
ob bestimmte Musikstücke besonders gut dazu geeignet sind,
die Kompetenz im Prima-Vista-Spiel zu schulen.
Als Musikstücke wurden die zweistimmigen Inventionen von Bach ausgewählt,
weil ihre Struktur und pädagogische Bedeutung
sie zum idealen Untersuchungsgegenstand machen.

Kapitel 2: Begriffsbestimmungen

definiert und erörtert die Begriffe
Lernen, Üben, Automatisieren, Training, Audiation und weitere relevante Begriffe.
Diese werden dann in Beziehung gesetzt
zur psychologischen Forschung
und zur Praxis des musikalischen Übens.

Kapitel 3: Sprache und Musik

untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprache und Musik.

Kapitel 4: Stand der Forschung und eigener Ansatz

gibt einen Überblick über die psychologische Forschung zum Thema.
Diese konzentriert sich vor allem
auf die Untersuchungen von Augenbewegungen während des Notenlesens
und auf die Entwicklung kognitiver Modelle des Notenlesens.
Zum Zeitpunkt der Untersuchung hat die Forschung
noch nicht zu einem systematischen Trainingsmodell
für das Prima-Vista-Spiel geführt.
Meist wird Musikern mit schlechten Blattlesefertigkeiten geraten,
bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen guter Blattleser zu erwerben
(z. B. größere Einheiten zu lesen und das Lesen von Einzelnoten zu vermeiden.)

Diese Arbeit verfolgt einen anderen Ansatz.
Weil gutes Blattspiel ein Vorgang ist,
der ohne bewusste Anstrengung ausgeführt wird,
sollten schlechte Blattspieler von Trainingsmethoden profitieren,
die die Umsetzung von Einzelnoten und -rhythmen in musikalische Handlungen automatisieren.

Kapitel 5: Rhythmen und Tonhöhen

listet die zu automatisierenden Rhythmen und Noten auf.
Die zweistimmigen Inventionen werden mit einem Text in Buchstabenschrift verglichen.
Auf der Basis der gewonnenen Daten wird angenommen,
dass übliche Notentexte sich im allgemeinen kaum als Übungen zum Prima-Vista-Spiel eignen.
Ein alternatives Programm von Blattspielübungen wird vorgestellt.

Kapitel 6: Wirkungen des Trainingsprogramms

beschreibt, wie das Programm in fünf aufeinander folgenden Lernsituationen
auf seine Effektivität hin untersucht wird.
Die Resultate und Probleme werden nach jeder Lernsituation erörtert
und Lösungen vorgeschlagen.
In der fünften Lernsituation gelingt es,
einen schlechten Blattspieler mit guten musikalischen und instrumentalen Fähigkeiten
von seinen Leseproblemen zu befreien.

Schlussfolgerungen

Fünf wesentliche Aussagen dieser Arbeit sind:

  1. Musikstücke wie die zweistimmigen Inventionen von Bach
    sind nur dann als Übungen zum Prima-Vista-Spiel geeignet,
    wenn der Leser bereits über eine angemessene Lesetechnik (Lesestrategie) verfügt.
  2. Audiation (musikalische Hörfähigkeit und musikalisches Vorstellungsvermögen)
    ist die wichtigste Voraussetzung für wirkliche musikalische Literalität.
  3. Die Fertigkeit, Musik auszuüben, sollte zeitlich erworben werden
    vor der Fertigkeit des Musiklesens und -schreibens.
  4. Die Fertigkeit, Notenschrift in musikalische Handlungen umzusetzen (und umgekehrt)
    kann verbessert werden durch
    Lehrprogramme zu Übungszwecken (drill and practice programs).
  5. Ein Trainingsprogramm,
    das die Fertigkeit im automatisierten Lesen (und Schreiben)
    von Einzelnoten und -rhythmen schult,
    kann die Fertigkeit im Prima-Vista-Spiel verbessern.

Der Text mit seinem siebenteiligen Anhang
bietet Übungen zum Notenlesen, zur Gehörbildung, Fingerübungen
und die statistischen Daten der Inventionen.


Die wissenschaftliche Arbeit hat mir große Freude gemacht.
Mein persönliches Interesse am Thema motivierte mich zum Weiterarbeiten,
wenn die Grenzen der Belastbarkeit in Sichtweite kamen.

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Ihr
Bernd Michael Sommer