Intervallspirale – Chromatik und Diatonik

Grafische Darstellung des Oktavraums

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Die traditionelle Harmonik mit Dur-Moll-Tonalität

geht von einem Tonmaterial von sieben Tönen mit den sieben Stammnamen c, d, e, f, g, a und h aus. Dieses Tonmaterial wird durch zusätzliche Töne zu einem insgesamt zwölfstufigen Tonmaterial erweitert. Will man die Töne harmonisch deuten, ist der musikalische Kontext wichtig.
Beispiel:
Das konstituierende Intervall für Moll ist die kleine Terz. In C-Moll heißt die kleine Terz es (nicht dis). Auf dem Klavier sind es und dis die gleiche Taste (die rechte Taste der schwarzen Zweiergruppe). Die Doppelbenennung sorgt immer wieder für Verwirrung.

Die Intervallspirale

zeigt grafisch den Zusammenhang zwischen Siebentönigkeit und Zwölftönigkeit. Da die Durtonleiter die bekannteste Tonleiter ist, waren ihre Töne in der letzten Version der Intervallspirale durch Würfelgrafiken hervorgehoben. Diese Kennzeichnung ist nicht unbedingt nötig; sie kann sogar verwirrend wirken, wenn zum Beispiel eine Molltonleiter geübt werden soll oder ein Stück in Moll steht.

Die obige Form der Intervallspirale verzichtet ganz auf die Hervorhebung einer bestimmten Tonleiter durch Würfelgrafiken.

Die innere Umdrehung (rot)

zeigt die wichtigsten diatonischen Intervalle.
Bespiele:
b3 steht für die kleine Terz.
#4 steht für die übermäßige Quart.

Die mittlere Umdrehung (gelb)

ist leer.
Dort können bei Bedarf die Töne eines beliebigen Tonmaterials eingetragen werden.

Die äußere Umdrehung (blau)

zeigt die chromatischen Töne in Ordnungszahlen an.
Die reine Prim erhält die Zahl 0; sie fällt meist mit dem Bezugston des zu übenden Tonmaterials zusammen. Die weiteren Töne werden durchnummeriert.
Beispiele:
Der chromatische Ton 4 entspricht der großen Terz (3).
Der chromatische Ton 7 entspricht der reinen Quint (5).
Der chromatische Ton 8 entspricht der übermäßigen Quint (#5) und der kleinen Sext (b6).
Der chromatische Ton 11 entspricht der großen Septim (7).

Chromatik und Diatonik

ergänzen sich; je nach Situation ist die chromatische oder diatonische Namensgebung vorteilhafter. Daher empfehle ich, die Entsprechungen zu lernen.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass musikalische Bildung not tue.

Guten Erfolg wünscht
Ihr
Bernd Michael Sommer

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